Sie sind hier: Das Schwerpunktprogramm / Publikationen / FMSD 12: Die Entwicklung zweier Konzepte? Grosssteingräber und Grabenwerke bei Haldensleben-Hundisburg

Eine "Testregion" zur Untersuchung der Wechselwirkung zwischen nordmitteleuropäischen Trichterbecher-Gesellschaften der norddeutschen Tiefebene und den kulturellen Gruppen der lössbedeckten Altsiedellandschaften bildet die Region Haldensleben-Hundisburg in Sachsen-Anhalt. Hier findet sich in der Altmoränenlandschaft die aus 117 Anlagen bestehende Megalithgrab-Nekropole des Haldensleber Forstes. Getrennt durch die Beber liegt auf der südlich anschließenden Lössbörde u.a. das Grabenwerk Hundisburg-Olbetal. In mehreren Feldkampagnen wurden Teile des genannten Grabenwerkes und des Ganggrabes Hundisburg-Küsterberg ausgegraben. Zu den überraschenden Ergebnissen gehört das Aufdecken einer großen Grabenanlage, die in die Zeit um 4100 v.Chr. datiert und deren Keramik dem Stil Schiepzig entspricht. Erstmals wird somit ein Grabenwerk der Schiepziger-Gruppe vollständig vorgelegt. Das auf der nördlichen Seite der Beber ausgegrabene Megalithgrab vom Küsterberg datiert primär in die Zeit nach 3500 v.Chr. Die Inventare aus der Bernburger Siedlung Hundisburg-Olbetal und dem nur wenige Kilometer entfernten Megalithgrab lassen auf eine verknüpfte Entwicklung schließen: Während zunächst im Ganggrab Küsterberg tiefstichkeramische Elemente einen hohen Anteil haben, werden parallel zur Siedlung immer mehr andere Keramikformen im Megalithgrab eingebracht. Spannende und vielschichtige Bezüge einer neolithischen Grenzregion werden erschließbar.

Schmütz, Kay: Die Entwicklung zweier Konzepte? Grosssteingräber und Grabenwerk bei Haldensleben-Hundisburg. 2017. 393 S., 104 (tls farb.) Abb., 165 Taf., 2 Beil., 1 CD-ROM, 30 cm. (Frühe Monumentalität u. soziale Differenzierung, 12) Pp

ISBN: 978-3-7749-4051-2

Bezug: Verlag Dr. Rudolf Habelt