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Megalithlandschaft Südostrügen - Die Komplexität neolithischer Gesellschaften im Spiegel landschaftsarchäologischer Untersuchungen einer Schlüsselregion

Die geophysikalische Prospektion

Bild geophysikalische Prospektion
Die geophysikalische Prospektion im Umfeld der Megalithgräber von Lancken-Granitz.

Im Laufe dieses Jahres konnten bereits einige Flächen im Umfeld der Großsteingräber durch eine geophysikalische Prospektion (Magnetik) untersucht werden. Diese Vorgehensweise zeichnet sich vor allem durch ihre zerstörungsfreie Ausführung aus. Es ist kein Eingriff in den Untergrund notwendig. Die Meßgeräte sind an einem Anhänger angebracht, der wiederum von einem Geländewagen gezogen wird.
Ziel dieser Untersuchungen ist es, über Messungen des Erdmagnetfeldes Spuren menschlicher Eingriffe in den Erdboden bzw. Reste von Bauwerken, Gräbern, Siedlungen und ähnlichem zu finden – ohne dass traditionelle archäologische Ausgrabungen notwendig sind.
Die bisher durchgeführten Messungen haben im Mai und August dieses Jahres in der Region rund um Lancken-Granitz, die sich durch eine besondere Dichte an Megalithgräbern auszeichnet, stattgefunden. Anhand der Hagenowschen Karte (F.von Hagenow 1829) lassen sich in einem nur etwa 500 m x 150 m großem Bereich bis zu 19 Gräber ermitteln.

Das Umfeld der heute noch erhaltenen sieben Gräber wurde geophysikalisch prospektiert. Ziel war es, den Standort der zerstörten Gräber zu lokalisieren und gegebenenfalls den Typus zu ermitteln. Die möglichst genaue Ermittlung der tatsächlichen Anzahl und der Art der Grabanlagen ist von besonderer Bedeutung für die Rekonstruktion der Rituallandschaft, die für die Frage der Entstehung der frühen Monumentalität aufgrund sozialer Differenzierung von zentraler Bedeutung für das Schwerpunktprogramm ist.

Aufbau des Magnetikgerätes in Burtevitz.

Die Ausgrabung

Im August und September wurden im Umfeld zweier Großsteingräber in Burtevitz einige Schnitte angelegt, in denen die im Magnetogramm erkennbaren Anomalien untersucht werden sollten. Gleichzeitig wurde der Hügelaufbau eines Grabes mit zwei Schnitten durch den Grabhügel untersucht.
Die Schnitte durch den Hügel des Grabes liefern wichtige Informationen zum Aufbau und zum ehemaligen Erscheinungsbild der Grabanlage. Die moderne Einmessung des Hügelprofils lässt eine Abbildung des heutigen Zustandes und zusammen mit den Ergebnissen der Ausgrabung auch eine Rekonstruktion der Veränderung der Anlage zu.
Die Ausgrabungen am Grabhügel liefern erste Ergebnisse zum Aufbau des Hügels und werfen auch neue Fragen zum Aufbau der in der Nähe liegenden Anlagen auf. Möglicherweise lassen die bisher nicht sehr detailliert betrachteten Unterschiede im Aufbau der Hügel neue Rückschlüsse zu einer chronologischen oder auch kulturellen differenzierung der Anlagen zu.
Die Konstruktionsweise der Megalithgräber auf Rügen erscheint zunächst als sehr einheitlich. Die Großdolmen mit Windfang sind typisch für die Insel. Möglicherweise bietet hier die genauere Untersuchung der Hügel neue Ansätze zur Differenzierung der Anlagen. Leider konnten nur wenige Gräber mit gut erhaltenen Hügeln bewahrt werden. Auch aus diesem Grund bedarf es weiterer Untersuchung des Aufbaus der Grabhügel.

Megalithgräber bei Lancken-Granitz.