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Megalithanlagen und Siedlungsmuster im trichterbecherzeitlichen Ostholstein (3500-2700 v.Chr.): Mittleres Travetal und Westlicher Oldenburger Graben

Aktivitäten

August/September 2009:

Die Geländearbeiten im Teilprojekt begannen im Sommer mit Ausgrabungen im Brenner Moor bei Bad Oldesloe im Kreis Stormarn.

Die seit den 1950er Jahren bekannte steinzeitlich datierte Feuchtbodensiedlung Bad Oldesloe-Wolkenwehe wurde nach ihrer Entdeckung in mehreren Kampagnen durch H. Schwabedissen erforscht: Herauszuhebende Ergebnisse sind u.a. die Aufdeckung eines großflächigen Pfahlfeldes und die Bergung eines mehrere Tonnen umfassenden Fundmaterials.

Die Untersuchungen im Jahr 2009 führten zur Bergung eines umfangreichen Fundmaterials und mehrerer Holzpfähle. Dabei konnte das Aktivitätsareal der Fundstelle zum einen eingegrenzt werden und zum anderen weitere Bereiche mit Fundkonzentrationen und Holzerhaltung erschlossen werden. Verzierte Keramik, Steinartefakte und die naturwissenschaftlichen Datierungen mehrerer Holzpfähle ermöglichen die Nutzung des Fundplatzes in den Zeitraum des beginnenden Mittelneolithikums und in das Jungneolithikum einzuordnen.

September/Oktober 2009:

An die Grabungstätigkeiten im mittleren Travetal schlossen sich Prospektionen im westlichen Oldenburger Graben an. Zum einen wurden im Bereich einer in den 1990er Jahren untersuchten Fundstelle in der Gemeinde Wangels Suchschnitte angelegt.
Zum anderen wurde im westlichen Oldenburger Graben nahe der Ortschaft Dannau eine Geländeerhöhung prospektiert. Diese kann als ehemalige Inselsituation rekonstruiert werden und zeichnet sich durch eine große Anzahl an Befunden und Funden aus. Insbesondere die Erhaltung von Holzpfählen und die Aufdeckung von Aktivitätsarealen sind hervorzuheben.

Dezember 2009:

Im Dezember 2009 erfolgte die geophysikalische Prospektion eines Megalithgrabes und seiner Umgebung bei Oldenburg i. H. Dieses war bereits durch Flurbereinigungsmaßnahmen oberflächlich zerstört worden und nur noch durch Streuung von gebrannten Flintobjekten an der Oberfläche zu identifizieren.

Februar 2010:

Im Februar erfolgten in Kooperation mit dem Institut für Geowissenschaften der CAU zu Kiel geophysikalische Prospektionen eines Langbettes bei Oldenburg i. H.

April/Mai 2010:

Im April und Mai wurden Megalithgräber in der Mikroregion Mittleres Travetal lokalisiert. Geophysikalische Untersuchungen sind für das Frühjahr 2011 geplant.

Juli/August/September/Oktober 2010:

Im Sommer 2010 erfolgten Untersuchungen im Bereich der 2009 prospektierten Fundstelle im Westlichen Oldenburg Graben. Die auf einer ehemaligen Insel liegende Fundstelle weist auf Grund von Feuchtbodenarealen optimale Erhaltungsbedingungen auf. Infolgedessen konnte zum Beispiel eine Pfahlreihe freigelegt werden welche Teile des ehemaligen Südufers umfasste.
Mehrere Hausgrundrisse lassen sich durch Fundkonzentrationen und Pfostenlöcher rekonstruieren. Herausragende Befunde sind zudem eine Siedlungsbestattung und ein Brunnen. Auffallend ist dabei die Deponierung eines Knochens aus der Bestattung im Brunnen der teilweise mit Mahlsteinen verfüllt wurde.

August/September/Oktober 2011:

Weitere Feldaktivitäten erfolgten an einem Siedlungsplatz im Westlichen Oldenburger Graben im Sommer 2012. Die Zielsetzungen umfassten vornehmlich die Erweiterung der Ausgrabungsflächen der Untersuchungen 2009 und 2010. Hierbei konnten mehrere Hausbereiche aufgedeckt sowie ein weiter Brunnen dokumentiert werden.

November 2011:

Durchführung von Prospektionen zur Lokalisation potenzieller Grabenwerke im Westlichen Oldenburger Graben.

Februar/März 2012:

Im Winter/Frühjahr 2012 erfolgte die Ausgrabung weiterer Hausbereiche im Bereich einer Siedlung im westlichen Oldenburger Graben.

August/September/Oktober 2012:

Im Sommer 2012 wurde ein megalithisches Langbett im Westlichen Oldenburger Graben untersucht. Die durch Steinentnahmen gestörte Anlage setzt sich aus zwei unterschiedlichen Hügelphasen zusammen und wurde durch eine Steinsetzung eingehegt.
Der Bestattungshorizont der Grabkammer war hingegen nicht beeinflusst worden, so dass ein reiches Beigabenensemble geborgen werden konnte. Hierzu gehören mehr als 30 Keramikgefäße, Klingen, Beile, eine Streitaxt sowie eine größere Anzahl von Bernsteinperlen.

Juli/August/September 2013:

Im Sommer 2013 wurden die Untersuchungen aus dem vorherigen Jahr am megalithischen Langbett wieder aufgenommen. Dabei konnte der Kammerboden in Form eines Steinpflasters und der Eingangsbereich der Grabkammer freigelegt werden.

April 2014:

Um die Ausdehnung einer neolithischen Siedlung im westlichen Oldenburger Graben zu rekonstruieren, erfolgten Handbohrungen und die Entnahme von Bodenproben zur Lokalisation der Hauskonstruktionen.

Juli/August 2014:

Abschluss der Grabungen am megalithischen Langbett in Wangels.