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Hochauflösende Rekonstruktion der kontinentalen Klima- und Umweltentwicklung während der Trichterbecherzeit in Seeeinzugsgebieten

Projektbeschreibung

Karte

Ziel des Projektes ist es, die Entwicklung des Klimas and der Umwelt im nördlichen Mitteleuropa zwischen 7000 und 4000 Jahren vor heute zeitlich und räumlich hoch auflösend zu rekonstruieren. In diesen Zeitraum fällt die Phase Früher Monumentalität des Mittelneolithikums, die archäologisch in Großbauten (z. B. Großsteingräber, Erdwerke) der Trichterbecherkultur gefasst wird.

Detaillierte Untersuchungen der Feinstruktur stellen ein erprobtes Instrumentarium zur Rekonstruktion der holozänen Klimaentwicklung dar (z. B.: Brauer 2004, Brathauer et al. 1999, Prasad et al. 2006). Analysen zeitgleich abgelagerter jahresgeschichteter Seesedimente aus Norddeutschland, Ostdeutschland und Westdeutschland (siehe Karte) werden Aufschluss über Zeitpunkt, Dauer und Intensität klimatischer Veränderungen geben. Die Nutzung jahresgeschichteter Seesedimente ermöglicht die präzise Datierung der paläoklimatischen Veränderungen. Die Verknüpfung der Sequenzen der verschiedenen Seen erfolgt u. a. auf Basis von vulkanischen Aschelagen. Der regionale Vergleich der Variabilität der Jahresschichten gestattet die Trennung lokaler (z. B. Landnutzung und Siedlung im Seeeinzugsgebiet) von regionalen Signalen (Klima). Gleichzeitig befähigt uns der gewählte Ansatz klimatische Gradienten innerhalb Mitteleuropas zu untersuchen. Die Lage der gewählten Klimaarchive führt zur Rekonstruktion der Amplituden der im trichterbecherzeitlichen Siedlungsraum tatsächlich erfolgten Klimavariabilität.

Die zeitlich hoch auflösenden Ergebnisse des Projektes werden im Rahmen des SPP eine Präzisierung der Resultate der marinen Paläoklimatologie ermöglichen.

Im Einzugsgebiet des Poggensees werden ergänzende Untersuchungen von Böden und Bodensedimenten zusätzlich die Rekonstruktion der trichterbecherzeitlichen Landschaftsveränderungen ermöglichen und damit wertvolle Informationen zum Verständnis des archäologischen Befundes der nahe gelegenen Siedlung Wolkenwehe liefern.

Die Untersuchungen haben das Ziel zu ermitteln, ob die im archäologischen Befund beobachteten Veränderungen synchron mit klimatischen Veränderungen stattgefunden haben. In einer abschließenden Synthese muss gemeinsam mit den Archäologen ermittelt werden, ob und falls ja wie sich die rekonstruierte klimatische Variabilität auf Veränderungen der Lebens- und Wirtschaftsweise ausgewirkt haben.